Der Blues der letzten Stunde

Für was dieser Aufwand?
Meinem Fortpflanzungsauftrag werde ich
in tausend Jahren nicht nachkommen
Was bleibt mir auf dieser Welt?
Der Wunsch nach Liebe
wie immer vergeblich und am Ende schmerzhaft
Die ewigen Fragen nach Sinn
und Dasein
nach der Struktur des Ganzen
Wer bin ich?
Wohin gehöre ich?
Die ewige Sucht nach Freiheit
die schließlich zur Selbstzerfleischung führt
zu einem auf der Stelle treten
Tagträumerei in Phantasie
und Poesie
alleine mit den Bildern und mir
– Einsamkeit

Ich bin an dem Punkt
wo ich mich frage
wozu jeden Tag aufstehen
aus dem Fenster schauen
die Spuren der Nacht glätten
Rasieren und Zähne putzen
jeden Tag die Nachrichten lesen
wie wird das Wetter heute?
was mache ich?
Mein Leben ist verwirkt
wie eine Lieblingsjeans, bereits zigmal
geflickt
aber es kommt der Tag, an dem
man sie dann doch ausmustert
Ich spüre den Blues
der letzten Stunde
des letzten Glases Wein

aber die Waschmaschine läuft noch
und das kranke Herz pumpt weiter
und die Gedanken laufen wie irre Hühner
durch meinen Kopf
und die Sonne blinzelt hinein
in die Stube
und ich gieße mir Wein nach
– im Kühlschrank steht noch eine ganze Flasche

Über bonanzamargot

Auf diesem Blog überarbeite ich alte Notizen.
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