Der schwarze Ferrari

Es gibt wenige Momente in meinem Leben
in denen ich keinen Druck verspürte
Ich meine nicht den Atmosphärendruck
sondern diesen Druck
den wir uns von der Wiege bis zur Bahre selbst machen
Ich frage mich, wieso…
Gibt es vielleicht neben der Gravitation der Materie
eine seelische?
die uns runterzieht
auf was auch immer
Unter uns der Sumpf des Lebens
Über uns der Himmel unserer Einbildungen

Ich stecke in einem Film fest
in dem ich nur als Leiche überlebe

Vor der Haustür steht ein schwarzer Ferrari
der Fahrer wirft den Motor an
ich höre durch das geschlossene Fenster
den Sound der Rennmaschine
das Gesicht des Fahrers sehe ich nicht
aber seine muskulösen Arme
am Lenkrad
Er steckt wie ich in einem Film
allerdings in einem völlig anderen

Ich wollte dem Druck immer entgehen
indem ich mich in meine Träume zurückzog
oder mich betrank
Ich hatte den Alkohol entdeckt
schon bald empfand ich ihn als Schicksalsgenossen
bis heute
wir heirateten ohne Priester

Der Alkohol ist mein schwarzer Ferrari
Wenn ich die Flasche ansetze
der Stoff meine Kehle hinuntergluckert
– ich seufze –
und mit einem Lächeln durch die Windschutzscheibe
in die Welt schaue

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Über bonanzamargot

Auf diesem Blog überarbeite ich alte Notizen.
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