Zwei Zentimeter

die Sonne zauberte mir Strahlenkränze um die Augen
meine Hände sehen aus wie ein schuppiger Fisch
die Haut ist alt und braun wie bei meinen
Alten im Heim
ich dachte, ich hätte abgenommen, aber die alten Hosen
passen mir immer noch nicht
es fehlen noch zwei Zentimeter
ich dachte, ich hätte mindestens 10 Pfund verloren auf der Fahrt
wahrscheinlich trank ich zuviel Bier
im Spiegel sehe ich wie eine Mumie aus
und die Haare darauf
schlohweiß
meine Augen sprechen
sie hetzen mir regelrecht entgegen
damit ich aufschreibe, was ich empfinde
was ich alles auf meiner Fahrt spürte
erlitt
aber was kann ich sagen?
am liebsten würde ich alle Tränen hervorzaubern, die ich
auf der Fahrt unterdrückte
sie kommen schon
(09.07.08)

Über bonanzamargot

Ich wollte, es wäre immer Sommer. Ich wollte, ich wäre immer verliebt. Ich wollte, ich hätte nie Sorgen. Ich wollte, ich hätte unbegrenzt Zeit, um hinter das Geheimnis des Lebens zu kommen: Die Welt um mich herum besser zu verstehen - die Menschen - die Liebe - den Tod...
Dieser Beitrag wurde unter 2007, 2008 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Zwei Zentimeter

  1. Lymielle schreibt:

    neben dem ansprechenden und einladenden titel macht auch der text einiges her. auch wenn es prosaische lyrik ist, hätte ich es mir etwas magerer gewünscht, um die stimmung noch deutlich hervor zu heben. die wendung innerhalb des textes, die verdeutlichung, finde ich äußerst gelungen.

    liebe grüße.

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